subaudio war eine Musikwebsite,
die von 1996 bis 1998 von der surver:net GmbH in Hamburg betrieben wurde.


Ziel des Projektes war es, ein Musikmagazin zu schaffen, welches die neuen Möglichkeiten des Internets auslotet.

So war subaudio Magazin, Musik-TV, Shop und Veranstaltungskalender gleichzeitig. Nix besonderes in Zeiten von last.fm, Myspace und Itunes - aber das gab es damals alles nicht. Noch nicht einmal in der Theorie.

Was geblieben ist, sind diese Domain, auf der du dich gerade befindest, der Typ, der das damals initiiert und betrieben hat (das bin ich) und das im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaute Wissen darüber, wie man mit Musik im Internet umgehen kann.

Wo früher viele viele HTML-Seiten händisch gebaut wurden, holt sich heute ein Roboter über Nacht über eine API z.B. alle Produkte von Amazon ab, sortiert und filtert sie nach zahlreichen Kriterien, schmeißt die Hälfte wieder weg und bindet den Rest optimal passend in eine Website ein. Und der Betreiber ruht in dieser Zeit.

Musikvideos wurden zu subaudio-Zeiten ins Real-Video-Format umgewandelt. Nicht in eines, sondern gleich in 3, weil es ja User gab, die mit 14.4 Modem ins Netz gingen, andere mit 28.8 und manche hatten auch schon ISDN und hatten volle 56 kbps zur Verfügung. Und wenn schon jemand auf die irre Idee kam, sich ein Musikvideo über das Internet anzusehen, sollte das doch zumindest die bestmögliche Qualität haben. Wie gesagt - das war ca. 1997. Heute regelt auch dies eine vollautomatisch angefragte Schnittstelle, die aus dem großen Youtube-Topf schöpft. Auch hier sorgen zahlreiche Filtermechanismen dafür, dass nur das bei uns landet, was wir auch wirklich abbilden wollen.

Konzertdaten (die nicht in einer Datenbank abgelegt waren) kamen teilweise per Fax bei uns an. Also: abtippen, HTML draus machen und alle paar Tage alle Termine durchsehen um veraltertes wieder auszubauen. Allmählich wird mir klar, warum wir immer die Nächte durcharbeiten mussten. Heutzutage beziehen wir Konzertdaten über XML-Schnittstellen und gegen Mitternacht verabschieden sich unaktuelle Daten von alleine.

Sehen kann man diesen moderneren Ansatz der Datenpflege auf der Website www.festivalfieber.de. Dort gibt es aktuelle Videos von Festivals, Musikprodukte, die nach Liveaufnahmen auf CD und Konzertmitschnitten auf DVD vorsortiert werden. Es gibt Musikposter und T-Shirts von Bands und Musikern. Tourneedaten für ganz Deutschland kommen automatisch von einem Partner und die Festivalstermine für Deutschland und Europa werden punktgenau auf einer Karte dargestellt.

Überhaupt können Daten in jeder gewünschten Konstellation arrangiert werden. Man braucht nur die Idee und die Programmierfähigkeit dazu und schon werden die Daten nach Festivalpremieren, kostenlosen Events oder dem Gründungsjahr des Festivals sortiert.

Um die vielen Möglichkeiten sich einem Festival zu nähern, abzurunden, werden Festival-Tags und Musiker-Tags vergeben, die nach Musikgenres oder Besonderheiten der Veranstaltung gliedern.

Nur eines ist genau wie früher: um einer Website eine Seele zu geben, einen eigenen Geschmack zu erzeugen und eben nicht einen dummen robotergenerierten Zombie unter vielen zu erschaffen, braucht es redaktionelle Arbeit. Und die findet immer noch überwiegend nachts statt.

Manche Dinge ändern sich eben nie ...


Gero Pflaum im Jahre 2008


P.S.: In eine weniger detaillierte und kaum redaktionelle Richtung, aber mit deutlich mehr Mash-Upperei geht die Musikbombe - eine im Grunde vollautomatische Website, die bestehende Produktkataloge einfach besser sortiert, als das bei vielen Online-Shops der Fall ist.